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Evidenzbasierte Leitlinien für die Diagnose und Behandlung von Essstörungen in Deutschland

unterstützt von der Christina Barz-Stiftung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Im Frühjahr 2004 traf sich erstmals ein Kreis von interessierten Ärzten und Psychologen in Berlin, um eine Arbeitsgemeinschaft für die Erstellung von evidenzbasierten Leitlinien für die Diagnostik und Behandlung von Ess-Störungen in Deutschland zu gründen. Mittlerweile ist diese Arbeitsgemeinschaft, deren Mitglieder renommierte Kliniker und Forscher auf dem Gebiet der Essstörungen in Deutschland sind, etabliert. Die AG wird repräsentiert durch alle vier Fachgesellschaften, denen entsprechend den Vorgaben der Richtlinienpsychotherapie die Behandlung von Patienten mit Essstörungen in Deutschland obliegt: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, DGKJP, Deutsche Gesellschaft für Psychologie, Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie DPGs, Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, DGPM, Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, DGPPN. Die einzelnen Mitglieder der AG wurden von ihren jeweiligen Fachgesellschaften als Mandatsträger für die Erarbeitung der wissenschaftlichen Leitlinien bei der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) autorisiert. Weiterhin wurde die Erstellung der Leitlinien bei der AWMF angemeldet, eine entsprechende Verlautbarung ist auf der website der AWMF nachzulesen.

Koordination und Kontaktadresse:
Prof. Dr. Stephan Herpertz
LWL-Klinik Dortmund, Abt. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum
Alexandrinenstraße 1 - 3
44791 Bochum
Tel. 0234 5077 3110
Fax: 0234 5077 3333
stephan.herpertz@rub.de 

Die Mitglieder der AG:
Dr. med. Dipl.-Psych. U. Cuntz, Prien DGPM, DGVM, DÄVT, DGIM
Prof. Dr. phil. B. Dahme, Hamburg
Frau Prof. Dr. med. M. de Zwaan, Erlangen, DGPM, DGVM, DKPM, EDRS, DGESS
Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. M.M. Fichter, DGVM, DGPPN, DKPM,
München/Prien, EDRS, DGESS
Frau Dr. rer. nat. Dipl. -Psych G. Groß, Tübingen
Frau Prof. Dr. biol. hum. Dipl. – Psych. C. Jacobi DGPs, EDRS
PD. Dr. rer. nat. Dipl. –Psych. B. Jäger, Hannover, DKPM
Frau PD Dr. med. A. Kersting, Münster, DGPM, DKPM, DGPPN,
Prof. Dr. med. S. Herpertz, Bochum/Dortmund, DAG, DGPM, DKPM, EDRS
Frau Prof. Dr. med. B. Herpertz-Dahlmann, Aachen, DGKJP, EDRS, DGESS
Dr. phil. Dipl. –Psych. A. Hartmann, Freiburg DGPs
Prof. Dr. med. W. Herzog, Heidelberg, DGPM, DKPM, EDRS
Dr. med. K. Holtkamp DGKJP
Prof. Dr. Dipl.-Psych. R. Pietrowsky, Düsseldorf, DGPs
Dr. S..J. Rustenbach, Hamburg
Prof. Dr. med. U. Schweiger, Lübeck, DGPPN, DGVM, EDRS
Frau Prof. Dr. rer. nat. Dipl. –Psych. B. Tuschen-Caffier,
Freiburg, DGPs, DGESS
Frau Dr. rer. nat., Dipl. -Psych S. Vocks, Bochum, DGPs
Frau Dr. med. S. Walitza, Würzburg DGKJP
Prof. Dr. phil. Dipl. -Psych. J. von Wietersheim, Ulm, DKPM
Frau PD. Dr. med. A. Zeeck, Freiburg, DKPM
Prof. Dr. med. S. Zipfel, Tübingen, DGPM, DKPM, DGESS
DAG: Deutsche Adipositas Gesellschaft, DÄVT: Deutsche Ärztliche Gesellschaft für Verhaltenstherapie, DGIM: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, DGPs: Deutsche Gesellschaft für Psychologie, Fachgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie, DGPM: Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, DGKP: Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, DKPM: Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin, DGPPN: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie, DGVM: Deutsche Gesellschaft für Verhaltensmedizin, EDRS: Eating Disorder Research Society, DGESS: Deutsche Gesellschaft für Essstörungen

Leitlinien für Essstörungen der AWMF
Im Jahr 2000 erstellte die DGPPN Leitlinien für die Behandlung der Essstörungen Anorexia nervosa und Bulimia nervosa der Entwicklungsstufe 1 (Handlungsempfehlungen von Experten) unter der Federführung von Prof. Dr. M. Fichter, München/Prien und Prof. Dr. U. Schweiger, Lübeck. Ebenfalls auf der Entwicklungsstufe 1 sind die Leitlinien für die Behandlung von Ess-Störungen im Kindes- und Jugendalter der DGKJP, die 2003 unter der Federführung von Frau Prof. B. Herpertz-Dahlmann und Herrn Prof. J. Hebebrand von der AWMF aufgenommen wurden.
Leitlinien der Entwicklungsstufe 3, die die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse (u. a. die Kriterien der „evidence-based medicine“) in ihre Empfehlungen explizit einbeziehen, liegen bis heute nicht vor.

International anerkannte Leitlinien für die Ess-Störungen
2004 wurden die englischen Leitlinien für Essstörungen des National Institute of Clinical Excellence veröffentlicht (NICE 2004), deren Schwerpunkt auf evidenz-basierten Studien also vornehmlich randomisierten und kontrollierten Studien liegt. Diese Leitlinien stellen weltweit sowohl von ihrem Umfang als auch von ihrer Methodik den z. Zt. vollständigsten und fundiertesten Leitlinienversuch dar. Sie wurden von namhaften Vertretern der British Psychological Society und des Royal College of Psychiatrists entwickelt.

Leitlinien für Essstörungen in Deutschland
Die AG hat die NICE-Leitlinien als Grundlage für die Entwicklung von evidenzbasierten Leitlininen für die Bundesrepublik Deutschland genommen. Diese Leitlinien sind derzeit zwar die wissenschaftlich vollständigsten und fundiertesten, allerdings wurden in ihnen die Ergebnisse relevanter Studien nur narrativ und nicht meta-analytisch aufbereitet. Erst eine Meta-Analyse erlaubt jedoch den Vergleich verschiedener therapeutischer Interventionen, was im Rahmen einer Leitinienentwicklung von hoher Relevanz ist. Aufgrund der ausreichenden Anzahl bisher publizierter Therapiestudien werden im Hinblick auf die Bulimia nervosa und die Binge Eating Störung Meta-Analysen durchgeführt. Unter Berücksichtigung der deutlich geringeren und sehr heterogenen Datenlage zu Therapiestudien bei Anorexia nervosa wird ein systematisches Review erstellt. Darüber hinaus werden die in den NICE-Leitlinien formulierten Empfehlungen dem deutschen Gesundheitssystem, welches sich in vielerlei Aspekten vom englischen Gesundheitssystem unterscheidet, angepasst.

Zeitplan zur Erstellung der Leitlinien
2004 Konstituierung der Leitlinien-Arbeitsgemeinschaft
2005

Festlegung der Fragen für die Literaturrecherche

 Bewilligung des Antrags der AG auf Unterstützung durch die Christina Barz-Stifung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft
2006systematische Evidenzbasierung (Metaanalysen, systematische Reviews)
2007 klinisches Werturteil
2007/2008 Konsensusverfahren
2008externe Begutachtung, Gesamtverabschiedung, Disseminierung, Implementierung

Dortmund, den 04.08.06, Prof. S. Herpertz

 

 
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